1. Sameena Jehanzeb

SJ: Auf jeden Fall neugierig, kreativ und hartnäckig.  

SJ: Sobald ich Buchstaben kannte habe ich angefangen mir Geschichten auszudenken und aufzuschreiben. Ja, das hat sich über die Jahre so entwickelt, also ich hab nie wirklich   aufgehört zu schreiben oder irgendwann bewusst angefangen jetzt richtig zu schreiben. Das ist einfach gewachsen und dann hatte ich den Punkt erreicht, wo eine befreundete Lektorin zu mir sagte: So Sam, das ist jetzt hier auf einem Niveau, das kannst du nicht mehr in der Schublade lassen, das schickst du jetzt bitte schön mal irgendwo ein und das ist immer eine Anekdote, die ich einfach gerne erzähle, weil ich immer sage. Ja, okay, ich habs dann eingeschickt, einfach, um dann sagen zu können, ich habs versucht, alle haben abgelehnt. Das wars und es hat dann aber dummerweise geklappt (beide lachen) 00:48 und jetzt sind wir hier und ja drei Romane sind jetzt draußen. 00:53 

S: Ja, drei Romane später auf jeden Fall spannend und apropos drei Romane später. Der letzte Roman, der jetzt rausgekommen ist, war ja schon erfolgreich. Kann man schon so sagen. Ich hab jetzt hier auf meiner Liste stehen, dass er den ersten Platz beim Selfpublishing-Preis bekommen hat und auf der Shortlist des Krefelder Preises für Phantastische Literatur auch war. Der Roman "Was Preem nicht weiß". Und da jetzt einfach mal die Frage: Wie bist du an das Genre gekommen? An dieses Schiene-Fiction-Genre, das sich ja auch durch die anderen beiden Romane zieht. Dieses Phantastische, Schiene-Fiction, war das eine aktive Entscheidung oder?01:42 

SJ: Das ist im Prinzip auch seit der Kindheit schon so. Also ich, ich mein, wir kennen das, wir wachsen mit Märchen auf und die Märchen sind bei mir hängengeblieben. Ich hab dann irgendwann mit, ich weiß nicht, 13, 14 bekam ich meinen Ausweis für die Leihbücherei und dann hab ich mich dann einmal quer durch alle Abteile einmal gelesen, wo man als Kind eben hingehen durfte. 01:57 Und da war dann von Sherlock Holmes bis hin zu Herr der Ringe im Prinzip alles dabei und ich bin nie Herr der Ringe Fan geworden, das war mir einfach alles immer zu trocken, aber es gab halt wahnsinnig viel in dem Genre und ich hab auch von kleinauf immer die griechische Mythologie unheimlich spannend gefunden. Zeus, Athene, Artemis und das, das ist irgendwie hängengeblieben und das hat sich so dann nach und nach einfach zu meinen Lieblingsgenres entwickelt, also sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben. 02:26 Ja, es fließen oft auch dann immer noch Elemente aus Krimi oder Thriller mit rein, weil das so mein zweites Steckenpferd ist. Also ich liebe Criminal Minds. Absolut unnötig, aber ich gucks halt rauf und runter und ja, das fließt dann immer so ineinander. 02:39 

S: Aber arbeitest du aktiv oder bewusst mit diesem Mix, diesem wilden Mix oder kommt es einfach zu dir? 02:47 

SJ: Es passiert. Ich nehme mir eigentlich immer vor, dieses Mal schreibst du nur in dem einen Genre. Bei Preema war es eigentlich auch so, das sollte rein Phantastik werden ne, also so ein bisschen schon Bezug zur Realität. Man hat ja diese Überschnitte mit ihren Erinnerungen in dem Buch, aber es sollte halt dann letztenendes schon Phantastik sein und während ich dann aber da so saß und schrieb und die Geschichte immer weiter wuchs, wurde mir klar: Irgendwie musst du die Auflösung noch ein bisschen verschleiern und dadurch kam dann erstmal diese Idee die ganzen Theorien der anderen Figuren in dem Buch mit rein zu werfen. Einfach, um den Leser so ein bisschen auf die falsche Fährte zu locken und das hat sich so dermaßen verselbstständigt, dass dann auf einmal noch dieser ganze Schiene-Fiction-Aspket mit drin auftauchte und dann musste ich es ein bisschen in die Zukunft verlagern, damit das mit der Stadt auch wieder mehr Sinn ergibt und das sind immer so Sachen, die wachsen immer völlig unkontrolliert. Also ich plotte auch eigentlich überhaupt nie. Ich habe immer so eine Idee im Kopf. Ich weiß immer, wie die Geschichte endet und ich muss dann immer gucken, wie kommst du jetzt zu diesem Ende. Das finde ich immer ganz spannend 03:47 Das ist so ein bisschen wie Detektivarbeit ne. Du weißt halt was passiert am Ende, kennst das Ergebnis, aber du weißt halt noch nicht, wie du dahin kommst. 03:55 

S: In Bezug auf Preema hab ich noch ne Frage. Und zwar: Sie ist eine bisexuelle Person of Color. Die Thematik ist aber gar nicht im Vordergrund und ich hab mich gefragt: Warum hast du diese Art der Repräsentation gewählt und warum ist genau diese Art vielleicht auch wichtig?04:15 

SJ: Also ich antworte auf die Frage immer gern: Warum denn nicht? Also ich schreibe nicht bewusst irgendwie diverse oder queere Literatur. Das ist einfach mein Alltag im Prinzip ne, also ich bin selber weder weiß, noch hetero. Ja, also im Grunde genommen schreibe ich halt über das, was ich kenne, weil wir sind ja ne sehr bunte Gesellschaft. 04:38 

S: Und in diesem Ganzen Chaotischen, Kreativen. Was sind so die Thematiken, die immer wieder auftauchen? 04:47 

SJ: Also mir hat vor ein paar Jahren auf der Messe mal ein Leser die Frage gestellt, warum der Tod bei mir so oft eine Rolle spielen würde und mir war das bis dahin gar nicht bewusst, dass der so eine intensive oder hervorstechende Rolle spielt. Das, jetzt im Nachhinein hab ich dann festgestellt. Ah tatsächlich, du beschäftigst dich da in der Tat sehr oft mit und ja irgendwie findet diese Verlustgedanken oder das Beschäftigen mit Verlust und mit Kompromissen, die man schließen muss oder wie man einfach damit umgeht. Das findet anscheinend immer irgendwie einen Weg in diese Geschichten rein. Bei Preema war das jetzt noch stärker als bei den anderen, glaube ich, wie gesagt mir ist das selber gar nicht so stark bewusst, aber ja das ist glaub ich so eine Thematik, die einfach immer irgendwie mit reinspielt 05:36 

S: Hast du denn jetzt schon, also der Roman ist ja noch nicht so lange draußen, aber gibt es schon neue Ideen? Oder woher nimmst du erstmal deine Inspiration oder gibt es schon  neue Inspiration, die sich langsam in etwas entwickeln? 05:51 

SJ: Ja, also ich sitze momentan an zwei Manuskripten 

S: Oh, wow. 

SJ: Das eine ist praktisch fertig. Das sind eigentlich nur noch zwei Kapitel, die ich da noch irgendwie fertig bekommen muss, aber die sperren sich gerade so ein bisschen. (Sophie lacht) Aber das könnte sein, dass das dieses Jahr noch rauskommt, sonst im Frühjahr ´22 ungefähr. Muss ich mal schauen, wie gut ich jetzt durchkomme und wie gut es meine Lektorin dann auch in ihren Zeitplan reinbekommt. 06:16 Das wird dann wieder ein Science-Fiction-Roman. Dieses Mal auch sehr Science-Fiction-lastig, also ohne Mischmasch mit Phantastik, aber mit einem Mischmasch aus Krimi oder Thriller, also es gibt einen Starker, der da durch die Gegend rennt. 06:28 

S: Also dem Mischmasch bleibst du treu. 

SJ: Dem Mischmasch bleibe ich offensichtlich treu. War auch nicht geplant, es sollte ursprünglich mal ein ganz schlichter Krimi werden, so ganz bodenständig (beide lachen), aber es ist dann auch wieder ausgeartet und dann kam die Science-Fiction dazu und ein Kolonieschiff, das auf einen fremden Planeten fliegen soll und wie das immer so ist 06:48 

S: Aber ein schöner Ausblick auf jeden Fall, dass wir jetzt schon gehört haben, dass du an zwei Projekten arbeitest.

SJ: Fleißig (lacht) 06:56 

S: Auf die wir uns freuen können und das ist auch ein ganz gutes Ende für dieses schöne Interview, weil sich dann Leser*innen auf jeden Fall freuen können und wir freuen, dass du hier bei uns warst, dass du mit uns ein bisschen Licht in die Bonner Literaturszene gebracht hast und Dankeschön auf jeden Fall 07:16 

SJ: Ich bedanke mich. Es war sehr schön und ich hab mich sehr gefreut, dass ich vorbeikommen durfte. 

S: (lacht) Wir haben uns auch gefreut, dass es geklappt hat. 07:25 

 

2. Britta Sabbag

BS: Auf jeden Fall entschlossen, zielstrebig und sehr müde (lacht).

BS: Also müde aufgrund der ganzen Coronazeit als Mutter und freiberufliche Schriftstellerin, ich finde die Kombination ist auf jeden Fall anstrengend. 00:18 

Also mein Name ist Britta Sabbag, ich bin 42 Jahre alt, ich schreibe freiberuflich als Autorin seit 11 Jahren und ich bediene hauptsächlich das Genre Kinderbuch, Bilderbuch, Kinderbuch ab 5, ab 6, ab 8, ab 12, Jugendbuch ab 16. Dann den Roman, das sogenannte Frauenbuch, Liebeskomödie. Ich mache Drehbücher, Songs, Kinderlieder, Schlager. Joa (lacht) doch recht viel 00:54 

M: Breit gefächertes Metier. Wie bist du zum Schreiben gekommen? Kann man sich das vorstellen, du hast irgendwie schon in der Kindheit irgendwie angefangen oder hast dus erst oder schon immer zu deinem Beruf machen wollen, wie hat sich das so entwickelt? 01:05 

BS: Also es ist sehr lustig, weil ich eigentlich immer gesagt habe, dass ich das nicht als Kindheitstraum hatte und dass ich das auch, ich hatte das auch nicht als Hobby, weil meine Familie und mein Umfeld kein künstlerisches ist und weil ich dieses Gedanken, dass man vom Schreiben leben könnte niemals hatte. Also das war für mich so ähnlich, wie, wenn man sagt: Ja ich würd jetzt Einhörner züchten oder sowas, ja? (Michelle lacht) 01:28  Also vollkommen unrealistisch. Und deswegen habe ich das auch nie in Betracht gezogen. Für mich war irgendwie klar, du musst studieren und nach dem Studium machste halt den typischen Karriereschritt nach dem anderen und das habe ich auch getan. Ich habe aber lustigerweise für ein Projekt vorletztes Jahr meine alten Tagebücher rausgeholt. So um die Zeit, als ich 11 war und da habe ich ein Blatt drin gefunden, das  ich wirklich vergessen habe, also ich habe vergessen, dass es existiert und da stand drauf Die 20 Bestseller der Britta Sabbag 01:58  

M: Wow 

BS: Und dann standen da die einzelnen Titel drauf, nummeriert und scheinbar, als ich 11 war, muss da irgendwas gewesen sein, sonst hätte ichs ja nicht aufgeschrieben. Die Titel waren natürlich vollkommen absurd, aber..

M: Hast du nichts davon übernommen? 02:11 

BS: Nein (beide lachen) habe ich nicht. Ja, 20, 7 habe ich schon, das heißt ich muss noch 13 schaffen. 02:19 (lachen)

M: Ah ambitioniert, 20 Bestseller. Du hast schon gesagt, du  hast ein breitgefächertes Metier an Werken, die du schreibst, an Genres, die du bedienst, aber was würdest du sagen, sind so deine Hauptthemen, die irgendwie vielleicht immer wieder vorkommen, was ist das was.. 02:34

BS: Also meinst du Hauptgenre oder Haupthemen? 

M: Halt quasi Themen, die sich durch alles ein bisschen durchziehen. Gibts da was?02:41 

BS: Alle Bücher haben eins gemeinsam, nämlich immer dieses "Sei du selbst", also Mut. Zu sich selbst zu stehen und Selbststärkung und das betrifft Kinder genauso wie Erwachsene und ich finds aber ganz wichtig mit Erwachsenen anzufangen. 02:56 

M: Würdest du sagen, das ist auch so dein Stil? Das ist Britta Sabbag, dass du auch so ein bisschen empowernd schreibst auch? 03:02 

BS: Ja, voll. Absolut. Also es liegt wahrscheinlich daran, dass ich ein bisschen zu wenig von diesen Büchern hatte. Also ich hatte halt Astrid Lindgren, die hat mir wirklich geholfen.(Michelle lacht zustimmend). 03:12 Für mich war Ronja extrem wichtig, also  Ronja Räubertochter, die hat mich super stark gemacht und immer, wenn  es mir nicht gut ging, habe ich gedacht, also was würde sie tun und dehalb, darauf greife ich auch zurück. 03:22 

M: Ja, super schön. Was würdest du sagen, in welchem Genre fühlst du dich am ehesten zu Hause? 

BS: Also ich würde sagen bei mir ist das Schreiben wie ein Haus mit vielen Zimmern. 03:36 Da gibts ein Schlafzimmer, da ist vielleicht die Belletristik, also vielleicht jetzt auch die Liebeskomödie. Und es gibt das Kinderzimmer, da gibts die Kinderbücher.

M: Woher hast du deine Inspirationen? Ich hab in einem Interview gelesen, dass du gesagt hast. Ich schreibe immer die Geschichten, die zu mir kommen, das heißt ich suche sie nicht. Würdest du das heute immer noch sagen?

BS: Ja

M: Ist es wirklich, dass du dich von außen  inspirieren lässt und dann das quasi zu Papier bringst? 03:58 

BS: Genau, also ich weiß gar nicht, ob es von außen kommt, also es kommt auf  jeden Fall, irgendwann ploppt irgendwas in mir auf und dann ist das entweder ne Figur, die es schon gibt oder eben Idee oder ein Umfeld, in dem die Idee oder Figur sein könnte, also unterschiedlich. Sehr sehr unterschiedlich kommen die Ideen zu mir 04:21 

M:Gibt es vielleicht eine Idee, was du unbedingt noch umsetzen möchtest, also du hast gesagt, du hast noch ganz viele Ideen aufgeschrieben, aber gibt es eine, die dir ganz prägnant ist momentan?04:34 

BS: Viele, sehr sehr viele und bei allen denke ich mir es könnte was werden. Die werden ja auch alle was. (Michelle lacht) Sehr sehr viele Ideen, also ich überleg tatsächlich auch mich ans Sachbuch zu wagen, da hab ich auch Lust drauf. Das werd ich auch noch irgendwann tun und generell hab ich auch mal Lust mir ganz ganz viel Zeit zu nehmen für ein Buch, also ich hätte auch mal Lust so wirklich ein Buch über drei vier Jahre zu schreiben 04:59 Irgendwie so ne Saga oder ich weiß es nicht genau, aber das sehe ich momentan jetzt noch nicht. Vielleicht für später, wenn ich ein bisschen älter bin. Jetzt momentan habe ich halt einfach auch diese Kinderbücher, die ne hohe Taktung haben. Die Hummel Bommel, die jedes Jahr drei vier  Bücher hat und jetzt noch die  Frauenromane, die dazu kommen für nächstes Jahr. 05:22 

M: Wie würdest du die.. Bonn ist ne Kleinstadt, ich finde immer im Vergleich zu anderen Städten, Köln zum Beispiel, wie schätzt du die Szene hier so ein, also die Literaturszene? 05:32 

BS: Also ich find sie ist immer noch zu still, da ist noch echt Luft nach oben. Also es gibt ja für Kinderbücher dieses "Käptn Book"- Festival, das finde super und davon könnte es ruhig mehr geben, also auch so Lesefeste und was n bisschen lauter ist und was  über Bonn hinausgeht und nicht nur Bonn betrifft, sondern wo Leute einfach auch mal aus anderen Städten kommen und hier lesen. 05:54 und so weiter, das fänd ich super. 

M: Du hast gesagt es wär schön, wenn die Literaturszene in Bonn ein bisschen bunter wäre, lauter wäre, könntest  du eine Sache benennen, die Bonn diesbezüglich  vielleicht noch ein bisschen braucht? 06:06 

BS: Also auf jeden Fall braucht es Menschen die dafür brennen, weil Autoren und Autorinnen gibt es in Bonn glaube ich genug und im Umkreis. Auch glaub ich ziemlich viele, von denen man gar nicht weiß, dass die in Bonn wohnen, weil es so still ist. Es gibt auch viele Bestsellerautoren hier in der Umgebung, sehr sehr viele. Und ich hab das auch alles nicht gewusst und dann nach und nach, wenn man dann sich untereinander kennt, merkt man das erst. Es ist sehr still.06:30 Ich glaube es kann wirklich ein bisschen lauter werden, offener und einfach mehr Veranstaltungen geben oder vielleicht auch solche Sachen, wie das jetzt hier, wo einfach ein bisschen was an die Oberfläche kommt. 06:43 

M: Das ist uns auf jeden Fall auch total bei unserer Recherche aufgefallen, weil wenn man Autor*innen Bonn googlet, kommt erstmal lange nichts, dann kommen so ein bisschen die größeren - du zum Beispiel - aber, da, es gibt halt einen riesen Topf an Autor*innen,06:56 BS: Viele, viele, viele, M: an die man erst nach wirklich langer Recherche rankommt, total verrückt. Wir haben uns auf jeden Fall gefreut, dass du heute hier bist und wir freuen uns auf jeden Fall auch auf deine nächsten 13 Bestseller. (Britta Sabbag lacht) 07:05 

BS: Ich hoffe es werden mehr. Dankeschön (beide lachen). 07:08 


 

3. Hıdır Eren Çelik 

C: Wanderer, Weltbürger und Bonner 00:07 (Literaturszenelogo wird eingeblendet) Ja, ich heiße Hidir Eren Celik, ich bin in der Türlei in einer Kleinstadt zur Welt gekommen und dort bin ich auch groß geworden. Zunächst Abitur, erst nach dem Abitur zog ich zu meinen Eltern nach Deutschland. Ich hab bis jetzt sehr viele dutzende Bücher geschrieben, die sowohl in türkisch publiziert wurden als auch in Deutschland auf deutsch. 00:38 Und ich schreibe hauptsächlich Lyrik, Prosa und Kinderbücher und aber ein großer Teil auch wissenschaftliche Forschung, Sachbücher. 00:53 

S: Vielen Dank für die Vorstellung. Bleiben wir doch direkt mal bei dem wissenschaftlichen Einschlag bzw. bei der  Verbindung von Wissenschaft und Literatur. Wie glauben Sie hat ihr Studium oder ihre wissenschaftliche Tätigkeit der Politologie und Soziologie ihr literarisches Schaffen beeinflusst oder beeinflusst es jetzt immer noch? 01:15 

C: Wissenschaft bietet mir eine Grundlage. auf dieser  Grundlage versuche ich auch die Alltagsprobleme und die Fragen der Menschen oder die Fragen zur Gesellschaft auch aus der wissenschaftlichen Perspektive literarisch zu analysieren 01:33 

S: Alles klar und  in dem Zusammenhang: In welchem Genre fühlen Sie sich denn am Wohlsten? Wo haben Sie das Gefühl, können Sie diese ganzen Sachen am Besten ausdrücken? 01:47 

C: Ja, ich bin zunächst Poet, Dichter, und als ich noch n kleinen Kind war, mit 13 fing ich an, zu dichten und seitdem dichte ich auch und ich finde mich eher in dem Dichtungsfeld sehr verbunden, aber ich schreibe auch Prosageschichten, auch Kinderbücher. Das kann man aber auch nicht voneinander trennen, natürlich, aber in erster Linie, sagen wir, bin ich ein Dichter. 02:23 

S: Okay und Sie hatten geradeeben gesagt, dass Ihre Werke sowohl auf türkisch als auch auf deutsch erscheinen. Was glauben Sie und ich mein, Sie haben ja auch viel zu Mehrsprachigkeit geforscht, was für n Bedeutung oder was für ein Potential hat Mehrsprachigkeit für Literatur, für Texte? 02:46 

C: Ja, wenn man in einer anderen Sprache geboren und groß geworden sind, in Türkisch, das versucht an auch die Sprache, die man von zu Hause gelernt hat, in der Heimat, Herkunftssprache mit zu transportieren in der anderen Sprache. 03:03 In der neuen Sprache, sagen wir. Und da gibt es Begriffe und Worte, die in deutscher Sprache nicht vorkommen und das ist, insoweit ist ein Gewinn für meine Ausdrucksformen in der deutschen Sprache, dass man sagen kann: Okay, der Begriff gibt es nicht in deutscher Sprache und wie kann ich transportieren, wie kann ich auch ein vergleichende, inhaltlich vergleichende Begriff finden, das es auch mal rüberkommt? 03:31 

S: Das stimmt. In dem Zusammenhang, was glauben Sie hat Bonn oder wie hat Bonn ihr Schreiben beeinflusst? 

C: Ja, ich bin in einer kleinen Stadt geboren. Hab ich schon erwähnt. Durch der Stadt fließt ein Fluss. Das ist nicht so groß wie Rhein, aber es ist der Fluss Munsur. Aber es ist ein heiliger Fluss und dieser heilige Fluss hat immer mich inspiriert 04:00 und ich mag auch Wasser, fließende Wasser natürlich viel mehr, und das Rhein hat auf mich auch große  Einfluss dadurch gehabt, wo ich mich am Rhein zu Hause in meiner Herkunftsstadt finden kann. 

S: Ja, okay und können Sie ein Beispiel sagen, was Sie aus Bonn mitgenommen haben, was haben Sie hier gelernt, was haben Sie ausgedrückt in der Literatur, über den Rhein hinausgehend, der diese Brücke gebaut hat? 04:30 

C: Dass Bonn auch eine vielfältige Stadt ist, international ist, offen ist. 

S: Schön ja, also Bonn, durch Offenheit bereichert, aber was braucht Bonn noch darüber hinausgehend. Über dieses Literaturnetzwerk zum Beispiel hinausgehend? Was fehlt Bonn so? 04:53 

C: Ja, was fehlt Bonn? Ja man kann wieder von Literatur zentrieren und sagen ok, als Schriftsteller wünsche ich mir, dass das Stadt Bonn dafür sorgt, dass ein Haus für verfolgte Schriftsteller aus aller Welt hierin Bonn eingerichtet wird, weil gegenwärtig haben wir auch sehr viel politischen Streitigkeiten, Schwierigkeiten weltweit. Viele Autoren und Schriftsteller, die kritisch sind gegenüber ihren Herrschaften, gegen ihre Regierungen. Die werden verfolgt. Die brauchen einen Raum, wo sie sich zurückziehen, hierher kommen und weiterhin literarisch beschäftigt werden oder sich beschäftigen. 05:41 Aber dennoch auch unterstützt werden durch so ein Haus, ein Platz der Begegnung in Bonn 05:49 

S: Das ist eine schöne Vorstellung. Was, gibt es irgendwas, was Sie noch den Zuschauer*innen mitgeben wollen? Irgendwie etwas, was Sie noch nicht gesagt haben, irgendne Botschaft, irgendwas, was Sie schon gerade beschäftigt, was Sie in letzter Zeit beschäftigt hat? 06:06 

C: Ja, die, in unsere Gesellschaft, sagen wir, auch in Bonn nicht anders, werden Ängste geschürt von bestimmten Kreisen, die politisch rechtsradikal sind auch. Wir sollen keine Angst haben, sollen keine Angst haben vor den Begegnungen. Wir müssen einfach uns begegnen, ins Gespräch kommen. Auch literarisch andere Sprachen lesen, um die Welt der anderen kennenzulernen. 06:39 

S: Im Zeichen des Dialogs quasi des Gesprächs, wir haben ja auch ein Gespräch geführt, hoffe ich, dass in Bonn die Literaturszene sich weiter vernetzt, Dialoge führt, an die Stadt herantritt und ich bedanke mich sehr sehr herzlich bei Ihnen, dass Sie hier bei uns waren, mit uns ins Gespräch gegangen sind. 06:58 

C: Ich bedanke mich auch für die Einladung. 07:00 

 

4. Maryam Gardizi

MG: sensibel, rebellisch, emotional.
00:10 Ich bin Maryam Gardizi, ich bin Lehrerin und Jungautorin. Ich lebe in Bonn, bin 40 Jahre alt und bin zum Schreiben gekommen als Kind bereits schon. Da hab ich Sonette geschrieben, hab Gedichte geschrieben, hab mit knapp 18 Jahren das erste Mal angefangen ein Buch zu schreiben und es dann immer wieder versucht und dann knapp 20 Jahre später hab ich´s dann beendet.00:39 

M: Und dazwischen, natürlich hast du studiert, du hast deinen Berufsalltag begonnen etc., wie das Leben so spielt, gab es aber einen bestimmten Moment, in dem du gesagt hast: Ich möchte die Geschichte, ich möchte dieses Buch jetzt schreiben? 00:52 

MG: Ich hab angefangen zu schreiben, das ist tatsächlich auch dieses Buch, das habe ich mit 18 angefangen zu schreiben. Das war nach dem Tod meiner Mutter und ich habs dann gelassen. Warum weiß ich nich genau. Ich glaube ich konnte damals noch nicht so in die tiefen gehen, wie ich es heute kann. 01:08 Konnt mich da nicht so gut abgrenzen emotional und 2000, Ende 2´16 ist mein Vater gestorben und dann war das wirklich  noch mal, das war der Anlass und die Ursache, dass ich das Ganze wirklich auf Papier bringen wollte und dann auch in die Tiefen gegangen bin 01:27 

M: Auf jeden Fall. Also ich habe das Buch gelesen, wenn ihr das Buch auch lest, da werdet ihr das wahrscheinlich auch merken. Es ist ein emotionales Buch, es erzählt eine starke Geschichte der Protagonistin. Hast du das Gefühl gehabt, dass du an einem Punkt warst, wo du meintest du machst das auch so ein bisschen für dich selbst? 01:46 

MG: Ja, definitiv. Schreiben hat ja so und so immer etwas sehr therapeutisches. Es war aber jetzt schon so, das war jetzt nicht die einzige Ambition, sondern auch so eine Art Survivalguide für all diejenigen zu schaffen, die möglicherweise, wenn auch nicht 1:1, aber ähnliches erfahren haben. 02:10 

M: Würdest du dann nochmal zusammenfassen wollen, worum es jetzt eigentlich genau in deinem ersten Roman geht, den du jetzt veröffentlicht hast? 02:16 

MG: Sehr gerne, es geht um die Ich-Erzählerin, die auch Maryam heißt. Nichtsdestotrotz ist das Werk autofiktional und es geht darum, dass die Ich-Erzählerin, ja so ein bisschen die Familiengeschichte aufarbeitet und bei der Aufarbeitung auch eine Erklärung für sich findet, nach der sie sucht, warum sie möglicherweise sehr toxische Beziehungen erdulden, dass sie sich nicht lösen kann und auch die Suche nach der Identität, die spielt natürlich auch eine sehr große Rolle 02:52 

M: Finde ich ein sehr spannendes Feld, das du da aufmachst. Du hast vorhin gesagt, du bist Lehrerin. Wie hat zum Beispiel, und möchtest natürlich mit dem Roman jungen Frauen auch was mitgeben, wie hat dein Umgang mit jüngeren Menschen das auch beeinflusst, dass du gesagt hast: Ich möchte was schreiben, womit andere Leute sich auch identifizieren können vielleicht? 03:12 

MG: Ja genau, das war, ich hab einen unglaublich tollen LK gehabt. Die waren der treibende Motor, die haben mir so viel gespiegelt und auch gezeigt, dass ich mit meinem Leben die inspiriere, dass ich für die auch ein Vorbild bin und man selber empfindet sich nicht so. Ich bin sowieso sehr selbstkritisch und das gespiegelt zu bekommen. Auch Sätze zu hören: Frau Gardizi, warum machen Sie eigentlich nicht mehr? Sie müssten eigentlich so viel mehr erzählen, weil sie helfen Leuten damit. Das war auch schon ein Moment, da hab ich gedacht: Ok, vielleicht haben die ja Recht. Ist ja gar nicht so falsch 03:52 

M: Gab es auch Momente, als du das Buch geschrieben hast, die dir wirklich schwer gefallen sind? 04:00 

MG: Ja, ja also mehr als einen. Ich mein ich steig ja in die Vergangenheit in einer Art und Weise, von der Kindheit über die Jugend bis hin zu dem Tod meiner Mutter und die Beschreibung des Tods meiner Mutter. Die Situation auf der Intensivstation, das hat sehr viel in mir geweckt. Es hat mir auch vor allen Dingen bewusst gemacht, wie traumatisch das für mich war, weil ich ganz vieles, daran konnte ich mich einfach nicht. Und natürlich auch die Erkenntnis, dass diese erste Beziehung, meine islamische Ehe, mich über 15 Jahre gefesselt hat. Das war bitter, die Erkenntnis. Erlösend jetzt, heute, aber in dem Moment war das ganz schön bitter für mich. 04:45 Wir lachen viel, ne aber natürlich. Es ist tragisch, es ist komisch, aber es ist ja auch einfach das Leben. Man reitet echt emotionale Wellen, glaube ich, bei dem Buch. Das wurde mir zumindest gespiegelt. Ich selbst kann das nicht so gut beurteilen als Autorin des Werks, das finde ich schwierig. Aber das wurde mir so gespiegelt. Und das man es zum Teil es zum Teil weglegen musste. 05:10 

M: Kann ich auch, also weglegen ist jetzt hart, aber zwischendurch eine Pause, mal ein bisschen aufstehen, Songs hören, darüber nachdenken fand ich halt ganz wichtig. Ist kein Roman, den man nur für Entertainment liest 05:21 

MG: Ja, ist schön, dass du das sagst, weil so lustig es auch an vielen Stellen anklingt, was ich auch bewusst mache. Ich lasse die Menschen sprechen, wie sie sind, sehr realistisch, steckt da aber auch auf der tieferen Ebene ne Message hinter ne, also es ist nicht nur so, lies mal was lustiges, sondern bitte lern daraus, bitte lern aus meiner Geschichte. 05:43 

M: Würdest du sagen, du hast dich während des Prozesses des Schreibens auch weiterentwickelt als Autorin? 

MG: Ja, also als Autorin das weiß ich nicht, das wäre ich jetzt vorsichtig. Ich habe mich persönlich sehr stark weiterentwickelt. Und deswegen auch  Entwicklungsroman, dass es verschiedene. Es gibt verschiedene Bände. Insgesamt sollen es 4 werden und diese Hassliebe mündet in Selbstliebe. Das ist so der Kern und das beschreibt auch meine Entwicklung 06:09 Ich war sehr viel anders vor einigen Jahren. Sehr streng zu mir selbst und dann ist man es auch zur Außenwelt. 

M: Auf jeden Fall ja. 

MG: So die, mein Umgang hat sich geändert und ich bin, ja, amore. Nur noch Liebe 

M: Was würdest du dir persönlich oder auch als Autorin wünschen in Bonn? 06:30 

MG: Also ich muss nochmal betonen, ich liebe diese Stadt. Diese Stadt ist wirklich, die hat so viel gutes. Es ist eine Stadt, die eine schöne Mischung hat, schönen Vibe, ich finde, je nachdem in welcher Stadt man ist, man fühlt etwas und das ist einfach ein total guter Vibe, den man hat hier. Ich mag die Mischung der Menschen. Die Architektur liebe ich und   Bonn bietet einfach ganz viel. Es ist einfach eine schöne Stadt. 06:58 

M: Ja, dann würde ich sagen, lassen wir das so als Endsatz einfach mal so stehen. Wir alle lieben unsere Stadt, aus der wir kommen, wir lieben die Autor*innen, die dort schreiben und leben. Danke, dass du heute hier warst. 07:08 

MG: Danke euch für die Einladung. 

M: Das geben wir zurück, aber es war toll, dass du hier warst und wir freuen auf alles, was sonst noch so von dir kommt. Literarisch, aber auch privat. 07:17 

MG: Dankeschön 07:18 


 

5. Antje Dertinger

AD: schreibsüchtig seit den frühen Volkschuljahren 00:09 Also ich bin Antje Dertinger, was mein Ehename ist und also ich heiße ursprünglich anders natürlich und habe mich von einem bestimmten Zeitpunkt meines Erwachsenenlebens 00:30 nebenbei, ich war Journalistin, insofern nebenbei das war mein fester Job und dann nebenbei, ans Bücher schreiben begeben. 00:40 Und zustande gekommen ist, das ist vielleicht eine weitere Frage, die Sie mir stellen würden, ich arbeitete als Journalistin, als Redakteurin damals, das war damals heißt 70er Jahre, beim SPD-Parteivorstand in Bonn und wurde vom Vorsitzenden Willy Brandt gebeten mit ihm zusammen ein Konzept zu erarbeiten für ein Buch über die sozialdemokratische ich sag mal Frauenbewegung und zwar die erste, also die am Ende des 19. Jahrhunderts so allmählich entstanden ist und nicht nur die  sozialdemokratische, auch die bürgerliche und die radikalbürgerliche, aber Willy Brandt interessierte, das versteht sich wohl von selbst, den Weg der SPD-Frauenbewegung. 01:42Und er war der irrigen Annahme, das kann ich ja heute sagen, dass ich was von Frauenpolitik verstünde als einziges weibliches Mitglied der Redaktion, von der ich schon gesprochen hab.02:00 

S: Also würden Sie sagen über die Texte, die Sie so geschrieben haben hinaus, also unterschiedliche Publikationen, haben sich immer wieder zu dieser Thematik dann bewegt? 02:09 

AD: Ja, weil ich durch diese erste Arbeit, diese erste Beschäftigung, im Sinne von Nachholen von Wissen, das ich gar nicht hatte zu diesem Zeitpunkt, so viel interessantes gefunden hab, das mich das Thema eben dann richtig interessierte. 02:31 

S: Ich würde auch sagen, dass sich dieses Netz oder die ganzen Querverbindungen auf jeden Fall in Ihrem sehr sehr breiten Angebot an Publikationen widerspiegelt. Eine Frage habe ich in dem Zusammenhang und zwar: In welchem Genre fühlen Sie sich insgesamt wohl, also wie verpacken Sie diese Thematik am liebsten? 02:48 

AD: Also ich arbeite glaub ich und das ist wohl der journalistische Hintergrund, der sich nicht ganz verbergen lässt, ich arbeite sehr dokumentarisch. Das mag manchmal den Unterhaltungswert ein bisschen mindern. Ich arbeite sehr dokumentarisch und sehr sehr präzise. 03:12 

S: Ein Thema von, auf das ich gestoßen bin, das Sie scheinbar sehr interessiert hat, ist der Widerstand und auch, zum Beispiel in Ihrem Buch Heldentöchter, aber auch in unterschiedlichen Biographien, die Sie geschrieben haben, wie kommen Sie zu dieser Thematik? Warum finden Sie gerade diese Thematik spannend? 03:31 

AD: Weil, also unbewusst muss ich sagen, meine Eltern Nazis waren und das, ich wollte gerade sagen, das prägt natürlich, natürlich prägt das wirklich, aber ich hab irgendwie, ich weiß nicht so recht wodurch ne ganz andere Entwicklung genommen. 03:51 Jetzt politisch und geistig, wahrscheinlich waren das so ganz 68er (lacht) Studenten, mit denen ich befreundet war, von denen ich auch einen geheiratet hatte und das ist das, was ich erklären kann. Bewusst habe ich mit niemandem drüber gesprochen, das hat sich ergeben ne. 04:18 

S: Aber das ist ja eine schöne Entwicklung durchaus. 04:24 

AD: Joa, positiv jedenfalls, besser als, wenn ich das elterliche Vorbild, in Anführungsstrichen, imitiert hätte. 04:33 

S: Aber glauben Sie, dass das daran lag, dass vielleicht in der Schule auch frauenpolitisch gar nicht so viel behandelt wurde? 04:39 

AD: Ne, da haben wir gar nichts gemacht, ne und natürlich die Eltern haben offensichtlich dazu auch nicht viel beigetragen und das war vielleicht aus Elternsicht überhaupt kein erwähnenswertes Thema. 04:52 

S: Genau 

AD: Und gerade dabei war es auch manchmal schwierig, weil für manche, ich spreche jetzt gerade von dem Buch, das ich Heldentöchter genannt habe, was manche Frauen gar nicht mochten als Titel, musste ich erstmal mit ihnen darüber diskutieren, was ich für Helden halte, dann waren sie dann immer einverstanden. Also sie stellten sich dann diesen traditionellen Heldenbegriff vor, was ich ja überhaupt nicht gemeint habe. 05:16Für mich sind Helden andere Männer und Frauen gewesen und naja da waren sie dann meistens einverstanden, aber es gab fast immer Debatten über diesen Titel 05:33 

S: Spannend, das kann ich mir auch vorstellen. Ich habe mir auch ein paar Gedanken darüber gemacht, vorher. 05:33 

AD: Weil das ist ja der Witz an einem Titel, die sind alle von mir, von allen meinen Büchern und das find ich, das ist vielleicht wieder ein bisschen das journalistische an mir.05:44 

S: Die Sensationslust? 

AD: Ja, die Sensation, Sensation nicht. Ein Titel muss, sei es ein Zeitungsartikeltitel oder ein Buchtitel. Der muss neugierig machen oder muss ein bisschen verwirren, worauf dann meistens ja Neugier folgt. 06:02 So und das find ich wichtig. 

S: Schön, dass Sie bei uns waren und sich Zeit genommen haben für dieses Interview. Vielen Dank dafür, es hat mir Spaß gemacht. 06:13